Mrz 232012
 

Die am weitesten verbreiteten Tauchgase sind Luft und Nitrox. Luft ist insoweit als „historisches“ Tauchgas zu verstehen, als es seit den Pionierzeiten des Tauchens als Atemgas Verwendung findet. Idealerweise sollte ein Tauchgas lange Nullzeiten, kurze Dekompressionszeiten und einen geringen Wärmeverlust beim Atmen mit sich bringen. Mit Blick auf offshore Tauchgänge kann auch das Thema der durch Druckwirkung und Tauchgase verursachten Stimmveränderung (z. B. durch Helium) im Rahmen der Verwendung von Unterwasser-Kommunikationstechnik eine Rolle spielen.

Die narkotische oder toxische Wirkung von unter Druck geatmeten Gasen spielt beim Tauchen eine äusserst wichtige Rolle. So steigt beispielsweise bei normalen (Press)lufttauchgängen der Teildruck (Partialdruck) des Sauerstoffs pro 10 Meter Tauchtiefe um 0,21 bar. In einer Tiefe von 66 Metern wird somit ein Sauerstoffpartialdruck von ca. 1,6 bar erreicht. Dieser Partialdruck gilt als die maximal zumutbare Belastungsgrenze für den menschlichen Organismus. Sauerstoffpartialdrücke von über 1,6 bar führen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu krampfartigen Vergiftungserscheinungen, die unter Wasser verheerende Folgen für den Taucher haben.

Der für eine ordentliche Versorgung des menschlichen Organismus mindestens erforderliche Sauerstoffpartialdruck liegt bei 0,16 bar. Dies ist insbesondere bei der Nutzung von Gasgemischen zu beachten, deren Sauerstoffanteil weniger als 16% beträgt. Mischungen mit einem Sauerstoffanteil < 20% werden als hypoxisch bezeichnet.

Neben der toxischen Wirkung des Sauerstoffs ist auch die narkotische (u. ggf. toxische) Wirkung anderer Gasbestandteile des Tauchgases zu beachten. Der in normaler Luft enthaltene Stickstoff zeigt beispielsweise ab Tauchtiefen von 30 – 40 Metern nachweislich narkotische Wirkungen. Dem Tauchgas beigemischte Gasbestandteile sollten daher möglichst keine stärkere Narkosewirkung haben, als dies bei Tauchgängen mit Luft in Tiefen um 45 Meter der Fall ist.

Luft (O2=21%, N2=79%)

Maximale Tauchtiefe 66 Meter, ab 30 Meter narkotische Wirkung, ab ca. 35 Metern Tauchtiefe geringe Nullzeiten mit deutlichem Anstieg der Dekompressionspflicht bei Nullzeitüberschreitung.

Nitrox (O2>21%, N2<79%)

Bezeichnet ein Tauchgas mit mehr als 21% Sauerstoff und entsprechend reduziertem Stickstoffanteil. Vielfach erhältlich in standardiserten Mischungen mit 32% O2 (EANx32) und 36% O2 (EANx36). Verglichen mit Luft längere Nullzeitgrenzen, kürzere Dekompressionszeiten. In Abhängigkeit vom O2 Anteil deutlich geringere Tiefengrenzen im Vergleich zu Luft. Findet mit höheren O2 Konzentrationen auch oft Verwendung als Dekompressionsgas. und beim Tauchen mit Rebreathern. Weniger Stickstoffaufnahme als bei Lufttauchgängen, soweit gleiche Tauchgangsprofile miteinander verglichen werden. Subjektiver Eindruck vieler Taucher, dass sie nach Nitrox-Tauchgängen weniger zu Müdigkeit neigen.

Trimix (O2<21%, He>17%, He+N2>79%)

Gasgemisch aus Sauerstoff, Helium (He) und Stickstoff für Tauchtiefen bis ca. 120 Meter. Benennung nach dem Anteil von Sauerstoff und Helium (z. B. Tx 18/45). Durch Reduzierung des Sauerstoffanteils wird die Toxizitätgrenze des O2 der gewünschten Tauchtiefe angepasst. Die Zugabe von Helium bei Reduzierung des Stickstoffanteils verringert die Narkosewirkung des Gasgemisches. Helium kann bei hohen Partialdrücken in Trimix-Gemischen ab ca. 150 Metern Tauchtiefe zum Auftreten des High Pressure Nervous Syndrome (HPNS), auch „Heliumzittern“ genannt, führen. Trimix-Mischungen können hypoxisch sein (z.B. Tx 10/70) und erfordern dann bezüglich der Einsatztiefe beim Auftauchen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit um den Mindestpartialdruck O2 nicht zu unterschreiten.

TRIOX

Triox ist eine normoxische Mischung aus Sauerstoff, Stickstoff und Helium und wird beim Tauchen bis 60 m verwendet. Übliche Mischungen sind 30/30 = 30% Sauerstoff, 30% Helium und 40% Stickstoff (für Tauchen bis 40 m) sowie 21/35 = 21% Sauerstoff, 35% Helium und 44% Stickstoff. Triox wird auch als normoxisches Trimix bezeichnet.

Sauerstoff (O2=100%)

Zur Beschleunigung der Entsättigung nach Tauchgängen mit Trimix als Dekompressionsgas. Einsatzbereich ausschließlich in Tiefen von nicht mehr als 6 Metern. Weiterhin Verwendung in geschlossenen Kreislauftauchgeräten und für die Behandlung bei Tauchunfällen.

Heliox (O2<21%, HE>79%)

Einsatz zur Erreichung größerer Tiefen, jedoch im Vergleich mit Trimix hinsichtlich des HPNS-Risikos problematischer. HPSN kann hier ab Tauchtiefen um 100 Meter auftreten. Hohe Kosten.

HeliAir (O2<21%, O2:N2=1:4, He>17%)

Poor Man’s Mix. Normaler Luft wird Helium beigemischt. Einfachere und günstigere Herstellung. Sauerstoffanteil der fertigen Mischung sinkt, daher ggf. Problematik hypoxischer Gase beachten.

Neox (O2<21%, Ne>79%)

Für tiefe Tauchgänge. Wenig erforscht, bislang kein Auftreten des HPNS-Syndroms nachweisbar. Keine Sprachverzerrung. Sehr teuer.

Hydreliox (O2<4%, He, H)

Gemisch aus Sauerstoff, Wasserstoff und Helium für extrem große Tiefen. Erhöhte Explosionsgefahr (Wasserstoff)

Hydrox

Mischung aus Wasserstoff und Sauerstoff für extreme Tauchtiefen (bis 530 Meter im Freiwasser)

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