Mai 082012
 

SchwebenIm Theorieunterricht lernen die Tauchschüler, dass die Auftriebskraft eines Körpers im Wasser genauso groß ist, wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Wassers (Archimedisches Prinzip). Durch die gesteigerte Wasserverdrängung beim Einatmen nimmt also der Auftrieb des Tauchers zu, während der Auftrieb beim Ausatmen wegen der Verringerung des Brustkorbvolumens und der dadurch verdrängten Wassermenge abnimmt..

Das nachstehende Video wurde während der 4. Schwimmbadlektion des Open Water Diver Tauchkurses aufgenommen. Der Tauchschüler übt hier das bewegungslose Schweben (hovern oder hovering – s. a. anderer Artikel auf dieser Seite). Die Übung wird aus einer am Beckengrund sitzenden Ausgangsposition begonnen. Der Tauchschüler gibt über den Inflator behutsam Luft in seine Tarierweste und atmet dabei sehr bewußt ein und aus. Durch den Einatemvorgang weitet sich der Brustkorb, dies führt zu einer gesteigerten Wasserverdrängung. Ab einem bestimmten Füllgrad (und somit Volumen) der Tarierweste beginnt der Taucher im eingeatmeten Zustand langsam zu steigen. Die Weste darf nun nicht mehr weiter mit Luft befüllt werden. Sobald der Taucher ausatmet, sinkt er wieder langsam ab.

Durch einen geschickten Umgang mit der Atmung und der daraus resultierenden, variierenden Wasserverdrängung versucht der Taucher nun einen „schwebenden“ Zustand im Wasser zu erreichen, ohne den Boden oder die Wasseroberfläche zu berühren. Der Taucher darf während der Übung weder Arme noch Beine bewegen. Der Vorgang erfordert viel Übung. Die Fähigkeit zu tarieren – also unter Wasser zu schweben, oder bewußt und gesteuert zu steigen oder zu sinken – ist eine der elementaren Techniken des Tauchens. Bedauerlicher Weise wird dieser Technik oft viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet, was in der Folge zu unsicheren Tauchgängen und zu einer negativen Beeinträchtigung von Flora und Fauna führt. Taucher die des Tarierens nicht mächtig sind können durch häufige Berührung mit dem Grund erhebliche Schäden im Ökosystem Riff hinterlassen.


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