Jul 102012
 

Bildquelle: scubagearreports.com

Das Notruf- und Rettungssystem „Nautilus Lifeline“ ist relativ neu auf dem deutschen Markt erhältlich. Das im geschlossenen Zustand bis zu einer Tauchtiefe von 130 Metern wasserdichte Funkgerät verfügt über einen integrierten GPS Empfänger und kann an der Oberfläche genutzt werden um über die sogenannte Lifeline Taste eine  Alarmierung mit Übertragung der Positionsdaten zu veranlassen. Das Signal ist von modernen VHF-Funkgeräten zu Wasser und zu Land zu empfangen. Bei dem abgesetzten Signal handelt es sich um ein digitalisiertes VHF Signal welches speziell für den Gebrauch auf See verwendet wird und insbesondere im amerikanischen Raum direkt von der Küstenwache empfangen wird. Das Absetzen des Signals ist ausschließlich im Notfall erlaubt, ein Mißbrauch ist strafbewehrt. Um diese Technologie nutzen zu können, muss das Gerät mit einer sog. Maritime Mobile Service Identity (MMSI) Nummer registriert werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit über eine Notruf -Taste auf der internationalen Notruf-Frequenz (Kanal 16) direkt mit empfangsbereiten Schiffsbesatzungen zu kommunizieren. Das Signal soll laut Herstellerangabe bis zu einer Distanz von 12 km zu empfangen sein. Über die Chat-Taste ist es möglich Nautilus Lifeline wie ein herkömmliches Einkanal-VHF-Funkgerät zu benutzen.

Bislang sind auf der Website des Herstellers für den deutschen Raum gerade mal zwei Händler gelistet. Grund genug, um sich ein paar Informationen zu dem Gerät zusammenzutragen. Gleich vorweg, in Deutschland ist der Erwerb und Besitz des Gerätes zwar gestattet, die Benutzung wegen der noch fehlenden funktechnischen Genehmigung jedoch nicht.

Nautilus Lifeline sollte vor jeder Nutzung per Selbstdiagnosefunktion auf seine Einsatzbereitschaft hin überprüft werden. Wenn der Batterie- und Selbsttest erfolgreich abgeschlossen wurde ist im Display die Meldung „good to go“ zu sehen. Bei geöffnetem Deckel (also bei Verwendung an der Oberfläche) ist das Gerät lediglich spritzwassergeschützt. Der Hersteller empfiehlt das Gerät im geöffneten Zustand möglicht trocken zu halten um zu vermeiden, dass Wasser in Lautsprecher und Mikrofon eindringt, da dies zu einer Dämpfung der Klangqualität führen könnte. Ob dies in einer Notsituation bei möglicherweise starkem Wellengang gelingt scheint fragwürdig.

Tests an der Westküste der USA bei Santa Barbara haben eine realistische Reichweite bei Sprachverständigung von ca. 5 km ergeben und lagen damit ungefähr bei der Hälfte der Reichweitenangabe des Herstellers. Die Reichweite wird beeinflusst durch die Höhe der Antenne des Gerätes über der Meeresoberfläche und von der Länge und Höhe der Bootsantenne. Mit Nautilus Lifeline  ist aus meiner Sicht erstmals ein Sicherheitsprodukt für Taucher am Markt, welches die Chancen auf offener See auf sich aufmerksam zu machen und geortet zu werden zu können deutlich erhöht. Bleibt zu hoffen, dass die fehlende funktechnische Betriebsgenehmigung in Deutschland bald erteilt wird, da das Gerät bislang nur außerhalb Deutschlands benutzt werden darf. Der Preis für das Gerät liegt bei 250 – 290 Euro.

(c) dive-together.de

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