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Reisebericht Tauchsafari 2009 - Dive the Big Five PDF Drucken E-Mail
Montag, 10. August 2009

Unter dem Titel "Tauchsafari Ägypten 2009 - Brother Island und Nord" hatte ich die diesjährige Reise Ende September 2008 ausgeschrieben. Wie es sich zeigen sollte, wurde daraus meine bislang begegnungsreichste Ägyptensafari. Ich habe den Arbeitstitel daher kurzerhand geändert: "Dive the Big Five 2009" steht nun für eine der - zumindest in meiner Wahrnehmung - erlebnisreichten Safaris im Roten Meer. Wer sind die Big Five? Darf ich vorstellen:

Hammerhai, Walhai, Manta und grauer RiffhaiWeißspizen Hochseehai (Longimanus)

In der gesamten Vorbereitungsphase, eigentlich bis zu unserem ersten Abend an Bord der M.Y. Springland, schien es, als hätte Mc Murphey sich diesmal zum Ziel gesetzt, die Tauchsafari 2009 zum Prüfstein seines "Murphey's Law" werden zu lassen. Gab es doch kaum etwas, was nicht irgendwie Probleme bereitete oder schief ging.

Bis in den Monat Februar 2009 hinein war nicht klar, ob die Safari überhaupt stattfinden würde. Die Zahl der verbindlich gemeldeten Reiseteilnehmer war einfach zu gering, um die auf der M.Y. Makharita geplante Tauchsafari stattfinden lassen zu können. Intensive Verhandlungen mit dem Eigner der Makharita brachten dann Ende Februar endlich Planungssicherheit. Er erklärte sich bereit die Makharita auch nur mit 8 Personen in See stechen zu lassen. Am 27.02. war dann alles für 8 Reiseteilnehmer unter Dach und Fach - dachte ich.

Während der folgenden Wochen und Monate wurden die Details der Reise geplant. Die Tauchplätze wurden ausgesucht, die genaue Reiseroute sowie die Fahrzeiten unter Zuhilfenahme von Seekarten und GPS Daten errechnet und schließlich festgelegt. Für die einzelnen Tauchspots wurden die Tauchplatzbeschreibungen gefertigt und zu einem Script für die Reiseteilnehmer zusammengestellt. Die Reiseteilnehmer konnten sich in der geschlossenen Benutzergruppe des Forums (http://forum.dive-together.de) mit den bereitgestellten Informationen versorgen. Die Vorfreude wuchs.

Am 09.06. war dann die Vorbesprechung der Reise mit allen Teilnehmern. Die Route und die Tauchplätze wurden nochmals vorgestellt. Bis zu den frühen Morgenstunden des 10.06.2009 schien eine erlebnisreiche Tauchsafari auf der M.Y. Makharita zum greifen nah. Als ich dann am 10.06.2009 gegen 7:20 Uhr mein Email-Postfach öffnete, fand ich eine Mail vom Eigner der Makharita von 01:55 Uhr vor. Mit einer kurzen Entschuldigung teilte er mir mit, dass sein Boot in dem für unsere Safari geplanten Zeitfenster (02.07.-09.07.2009) leider nicht auslaufen könne, da er die notwendigen Genehmigungen nicht rechtzeitig bekommen würde. Die M.Y. Makharita war umfangreich umgebaut worden und nun fehlten also die Genehmigungen für die Inbetriebnahme.

Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, begann die fieberhafte Suche nach einem Ersatzboot. Der Eigner der Makharita unterstützte mich dabei. Drei Wochen vor Reiseantritt ein geeignetes Boot zu bekommen, schien recht aussichtslos. Als sich dann eine Möglichkeit eröffnete, blieb kaum Raum für das Verhandeln und Absichern von Details. Obwohl deutlich teurer, griff ich zu. Die Reiseteilnehmer hatte viel Geduld mit mir und trugen die plötzliche Veränderung mit stoischer Ruhe. Dafür nochmal vielen Dank!

Einen Tag vor der Abreise wurde mir dann - entgegen aller vorherigen Absprachen - mitgeteilt, dass ein Diveguide mit an Bord sei (und extra bezahlt werden müsse). Eine weitere bittere Pille, die ich aufgrund verschiedener negativer Erfahrungen ansich nicht schlucken wollte. Wie sich im Laufe der Safari zeigte, sollten meine bislang oft schlechten Erfahrungen mit Diveguides keineswegs bestätigt werden.

Am Abflugtag selbst, dann noch eine Panne. Unser bereits zum boarding aufgerufener Flug verschob sich um 2 Stunden wegen eines kurzfristig beim Flugzeugcheck aufgetretenen Problems. Es war einfach nicht zu fassen, was sollte denn noch alles schiefgehen? Nun, das zeigte sich als wir an Bord unseres "Ersatzboots" M.Y. Springland ankamen. Der Eigner der Springland wollte meiner Routenplanung nicht zustimmen. Die Kombination einer Safari zu den Brother Islands und in das nördliche Roten Meer war für ihn nicht denkbar (es sei denn, wir würden 3500 Euro mehr bezahlen). Die Verhandlungen waren zäh und schwierig und nur durch die Hilfe des Diveguides Azes wurde ein Kompromiss möglich. Leider kostete dieser Kompromiss die Tauchspots Ras Mohamed, Thistlegorm und Rosalie Moller, brachte jedoch einen Tag mehr an den Brother Islands. Wie sich später zeigen sollte ein entscheidender Tag mehr! Nach 4 Stunden zähen Verhandlungen stand die Route am 02.09. um 23:30 Uhr endlich fest. Mit hochrotem Kopf informierte ich die Mitreisenden vom Ergebnis der Verhandlungen. Als ich merkte, dass alle ohne Verärgerung bereit waren diesen Kompromiss mitzutragen, konnte ich endlich ein wenig abschalten und den Urlaub beginnen lassen ...

Hier nun unsere Route und die Tauchgänge anhand des Logbuch:

03.07.2009: Sha'ab El Erg, Abu Nuhas (Gianis D.), Abu Nuhas - Nightdive

Nach kurzer Fahrzeit Ankunft (09:35 Uhr) bei Sha'ab el Erg. Ein idealer Tauchplatz zum eintauchen und checken der Ausrüstung. Nächster Tauchgang um 14:10 Uhr an der Gianis D.

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4-5 Delfine gegen Ende des Tauchgangs beim 5-Meter-Stop schwimmen aus Richtung der Carnatic kommend an uns vorbei. Der Nachttauchgang findet um 20:05 Uhr am Bootsliegeplatz statt. Der Tauchplatz ist nicht besonders attraktiv. Verschiedene Muränen, Oktopusse, auffallend wenig Garnelen. Ruhige aber dennoch windige Nachtfahrt nach Brother Island.

04.07.2009: 2 x Big Brother Island, 2 x Little Brother Island

ImageUm 8:40 Uhr erster Tauchgang an Big Brother Island. Abstieg am Wrack der Aida in Richtung Bootsanlegesteg. Zweiter Tauchgang gegen 12:30 Uhr. Abstieg in Höhe der Numidia. Tauchgang wieder in Richtung Bootsanlegesteg. Zu weit über Riffdach abgesetzt. Anstrengender Weg bis zur Riffkante. Bei der Aida 2 Mantas! Für mich das erste Mal im Roten Meer. Fahrt nach Little Brother.

Dort nächster TG an der Ostseite um 16:45 Uhr. Große Thunas, Grauhaie. Letzter Tauchgang des Tages um 18:48 Uhr, ca. 1 Stunde vor Sonnenuntergang. Vom Bootsliegeplatz im Süden entlang der Westseite und zurück. Karettschildkröte im 3-Meter-Bereich zum Ende des Tauchgangs. Abends von Bord aus sehen wir das erste mal den Longimanus.

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05.07.2009: 4 x Little Brother Island

Erster Tauchgang um 06:40 Uhr am Nordplateau. Graue Riffhaie. Nächster TG um 10:20 Uhr. Abgesetzt westlich des Nordplateaus. Zunächst in Richtung Nordplateau. Die Gruppe vor uns hat dort kurz zuvor Hammerhaie gesichtet. Dann Umkehr und zurück zum Bootsliegeplatz. Dort haben verschiedene Taucher unserer Gruppe.erstmals kurzzeitig Sichtkontakt zum Longimanus. Dritter Tauchgang um 14:15 Uhr, Tauchgangsführung wie vorangegangener TG, jedoch ohne Nordplateau. Unter dem Boot vergeblich auf den Longimanus gewartet. Letzter Tauchgang des Tages um 17:15 Uhr an der Westseite. Am Ende des TG unter dem Boot ist endlich der Weißspitzen Hochseehai zugegen. Ausgiebige Fotosession. Nachdem plötzlich Fischabfälle von Bord im Wasser landen, werden die Bewegungen des Hai unruhiger. Langsam geordneter Rückzug aufs Boot. Die letzten beiden Taucher bekommen es zum Schluß eilig.

06.07.2009: Little Brother Island, 2 x Big Brother Island

Einstieg um 06:40 Uhr am Nordplateau. Entlang der Ostseite zum Bootsliegeplatz. Wieder Graue Riffhaie am Plateau. Ostseite nicht so prächtig wie Westseite, jedoch schönes Gorgonienfeld im Südosten. Wechsel nach Big Brother Island. Dort um 10:20 Uhr nächster Tauchgang entlag der Ostseite, um die Südspitze herum nach Westen bis zum Bootssteg. Gleich zu Beginn ein manta, dann einzelner Bogenstirn Hammerhai bei 30 Meter. Mehrere große Napoleon im Süden. Dritter und letzter Tauchgang an den Brothers um 14:30 Uhr an der Westseite. Vom Bootssteg nach Norden und wieder zurück. Der megatauchgang!! Manta, Hammerhai, Walhai!!! Jeder aus der Gruppe bekommt den Walhai zu sehen. Perfekt! Der geniale Abschluß an Brother Island. Zurück an Bord macht sich bei allen Safariteilnehmern ein breites und entspanntes Grinsen breit ...

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Die Rückfahrt in Küstennähe zum Nachtliegeplatz bei Middle Reef ist total ruhig. Ich denke mein Plan, die Safari mit Vollmond (07.07.) zusammenfallen zu lassen, hat sich bewährt. Ruhige See, planktonreiches Wasser und ein wenig Glück waren gute Voraussetzungen für die Sichtung der großen Planktonfresser und Passagen ohne Seekrankheit. Als wir unseren Nachtliegeplatz erreicht haben, ist die See spiegelglatt...

07.07.2009: Abu Kafan, Salem Express, Panorama Riff, Gota Abu Ramada - Nightdive

06:30 Uhr Einstieg in Höhe des Lighthouse auf der Ostseite. Das Boot liegt in gleicher Höhe an der Westseite. Vom Boot aus eine Delfinschule gesehen. Schildkröte am Südplateau. 10:00 Uhr Einstieg an der Salem Express. Mein letzter Tauchgang an dem Wrack liegt viele Jahre zurück. Alles völlig verändert. Nahezu alle Luken offen, Heckklappe weggebrochen. Einstieg ins Wrack jederzeit möglich.LaNaBüBa in 26 Meter Tiefe in einer kleinen Koralle am Rumpf. Dritter Tauchgang um 14:10 Uhr am Panorama Riff. Stark "verdellte" Schildkröte - wohl das Ergebnis eines unerfreulichen Renzdezvouz.

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Vom Schiff aus springende Marline beobachtet. Nachttauchgang um 20:15 bei Gota Abu Ramada. Trotz Vollmond aus meiner Sicht ein wenig enttäuschend. Zuviel Fremdlicht durch viele Lampen (anderes Boot machte ebenfalls Nightdive).


08.07.2009: Gota Abur Ramada, Abu Ramada Süd, Tiffany

Erster Tauchgang um 06:30 Uhr, gleiches Riff wieam Vorabend, jetzt jedoch einmal herum. Riff insbesondere im Nordosten und Osten sehr schön und fischreich. Viele Muränen, Schwarmfische, große Kugelfische, Rotfeuerfische. 10:00 Uhr nächster Tauchgang bei Abu Ramada Süd. Steinfisch, Krokofische. Tauchplatz von Tagestouren zu stark frequentiert. Letzter Tauchgang der Safari um 14:00 Uhr bei Tiffany. Netter Abschlußtauchgang mit kleiner Navigationseinlage.

Die letzte Nacht verbrachten wir im Hafen an Bord der Springland. Die Wartezeit bis zum Abflug am Abend des 09.07. konnten wir uns  am Hotelstrand des Hilton Palace vertreiben - wie sich zeigte eine sehr gute und entspannende Lösung für den letzten Tag. Im Nachgang betrachtet waren die tollen und erlebnisreichen Tauchgänge wohl die Belohnung für die nervenaufreibenden Geschehnisse im Vorfeld der Safari. Das "Ersatzboot" M.Y. Springland hat  - wie ich meine - allen Mitreisenden gut gefallen. Wenn das nächste Mal beide Zodiaks einsatzfähig sind, gibts wohl kaum was zu meckern. Die Crew war sehr hilfsbereit und gut eingespielt und Azes, der Diveguide hat sich perfekt an unseren Wünschen und Bedürfnissen orientiert.

Fazit: Tolle, erlebnisreiche Tauchsafari, gutes Boot mit engagierter Crew, einfühlsamer, dezenter und kundiger Diveguide und eine rundum tolle Tauchgruppe. Mir hat es riesig Spaß gemacht!!

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Ein besonderes Dankeschön geht an Jens für die Erlaubnis hier ein paar seiner Bilder zeigen zu dürfen. 

 
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