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Die gute Wärmeleitfähigkeit des Wassers führt dazu, dass ein Mensch im Wasser ohne Wärmeschutz bis zu 25 mal schneller auskühlt als an Luft. Insbesondere in heimischen Gewässern, oder bei langen, tiefen (Tek)Tauchgängen mit Dekopflicht ist ein guter Wärmeschutz für Taucher ein wesentliches und unverzichtbares Sicherheitsmerkmal.
Nach meiner Erfahrung besteht insbesondere zu Beginn der Tauchkarriere beim Tauchanfänger große Unsicherheit bei der Auswahl des geeigneten Tauchanzugs. Womöglich fehlende Erfahrung beim Umgang mit Trockentauchanzügen sollte kein Entscheidungskriterium sein. Das Tauchen mit Trocki lässt sich erlernen. Maßgeblich für die richtige Auswahl ist die Frage, ob in unseren Breitengraden getaucht wird und wenn ja, ob dies ganzjährig geschieht. Sind Tauchgänge in heimischen Gewässern nur in der warmen Jahreszeit geplant, so ist der Halbtrocken-Tauchanzug mit ca. 7mm Materialstärke für einen ausreichenden Wärmeschutz gut geeignet. Finden Tauchgänge während des ganzen Jahres statt, so sollte die Wahl auf einen Trockentauchanzug fallen.
Trockentauchanzüge besitzen im Vergleich zu Nass- oder Halbtrockentauchanzügen wesentlich bessere Isolationseigenschaften, welche durch die Verwendung unterschiedlicher Unterzieher individuell den Erfordernissen angepasst werden können. Sie sind somit recht variabel und stellen aus diesem Blickwinkel betrachtet auch einen guten Investitionsschutz dar.
Eine bei der Anzug-Auswahl oft wenig beachtete Eigenschaft des Trockentauchanzuges ist sein Auftriebsverhalten. Zunächst ist festzuhalten, dass Trockentauchanzüge eine gute Redundanz zum mitgeführten Auftriebssystem (Jacket) darstellen. Bei tiefen Tauchgängen (technische Tauchgänge) sollte schon aus diesem Grund ausschließlich der Trocki Verwendung finden.
Ein wichtiges Merkmal bei der Auswahl des Trockentauchanzugs ist eine gute Bewegungsfreiheit. Die Bewegungsfreiheit sollte mit dem dicksten zur Verwendung vorgesehenen Unterziehanzug ausgiebig getestet werden. Für Taucher mit redundanter Atemluftversorgung (z.B. Monoflasche mit zwei getrennten Abgängen oder Doppelpakete) ist es wichtig die Flaschenventile während des Tauchgangs erreichen zu können. Der dafür notwendige Bewegungsablauf sollte mit dem Anzug nachvollzogen und überprüft werden (kann mit beiden Händen problemlos hinter den Kopf gegriffen werden?). Im Bereich der Unterschenkel ist auf einen engen Sitz des Anzugs zu achten - dies verhindert während des Tauchgangs unerwünschte Luftansammlung mit negativer Auswirkung auf die Tarierung.
Ist es geplant, den Anzug auch für tiefere Tauchgänge (> 30m) zu verwenden, sollte darauf geachtet werden, dass sich das Auftriebsverhalten des Anzugs mit Zunahme der Tauchtiefe nicht verändert. Diese Eigenschaft trifft auf Anzüge aus Trilaminat oder Gummi zu. Bei Neoprenanzügen wird mit fortschreitender Tauchtiefe das Material zunehmend komprimiert. Dies führt einerseits dazu, dass sich die Isolationseigenschaften negativ verändern, andererseits nimmt der Auftrieb des Anzugs ab, was zu einer tendenziellen Überbleiung des Tauchers führt.
Die Abdichtung der Trockentauchanzüge zum Körper hin erfolgt über Dichtmanschetten aus Glattneopren oder Latex an Armen und Hals. Latexmanschetten sind etwas empfindlicher in der Handhabung und müssen regelmäßig mit Talkum gepflegt werden, bieten jedoch eine sehr gute Dichtigkeit und sind die erste Wahl, wenn mit Trockentauchhandschuhen getaucht werden soll.
Waren noch vor 10 Jahren überwiegend Trockentauchanzüge mit Rückenreißverschluß erhältlich, so haben sich zwischenzeitlich aus gutem Grund Anzüge mit diagonal oder waagrecht verlaufendem Frontreißverschluss durchgesetzt. Anzüge mit Frontreißverschlüssen können selbst geöffnet und geschlossen werden und die Belastung des Reißverschlusses durch das Tauchequipment ist gering. Der gasdichte Reißverschluss des Trockentauchanzuges ist ein wichtiges und im Reparaturfall teures Detail, welches regelmäßig mit Parafin gepflegt werden sollte.
Beim Kauf des Trockenanzugs sollte auch auf die Qualität der Füßlinge (Stiefel) geachtet werden. Boots mit fester Sohle erleichtern das Laufen mit schwerem Equipment auf unwegsamen Gelände.
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